fiANNA
WERKGEMEINSCHAFT





30.06.2026
Wieder unterwegs. Nachdem bei Manuela und Richi‘s Toyota alle Kreuzgelenke und der vordere Stabilisator repariert waren und bei Alois Toyota ein Ölwechsel gemacht wurde ging es weiter von Windhoek aus in Nordwestliche Richtung. Wir fuhren in die Erongo Berge, übernachteten in einem besonderen Camp in traumhafter Felskulisse, machten eine Wanderung zu der Phillip‘s Cave mit Höhlenmalereien und bestaunten wieder einmal die für uns unglaubliche Landschaft der Kalahari. 

Immer noch erstaunt sind wir über die Temperaturen und die kurzen Tage hier in Namibia. Morgens wird es um 7:00 Uhr dämmrig und es ist um 19:00 Uhr Dunkel. Ohne Lagerfeuer halten wir es draußen auch nicht länger aus. Es ist Ende Juni und Winter, schwierig für uns das zu begreifen. Nachts hatten wir schon ein paarmal minus Grade. Minus 15 Grad kann es Nachts schon mal im Winter werden. Trotzdem steigen die Temperaturen tagsüber meistens auf Mitte 20 Grad. Vor zwei Tagen hat es im Süden Namibias geschneit so das der Schnee eine Zeitlang liegengeblieben ist. Die Standheizung läuft fast jeden Abend und Morgen im Duro. Feuer zum Grillen oder zum Wärmen gehört in Namibia einfach dazu. Auf so gut wie jedem Camp gehört zu jedem Stellplatz eine Feuerstelle, meistens gemauert manchmal Feuerschalen. Feuerholz gibt es überall zu kaufen. Auf jedem Camp, an Tankstellen, am Straßenrand. Auch in der Kalahari gibt es erstaunlicherweise viel Feuerholz in der Natur. Dort gibt es überwiegend Sträucher und Buschwerk. Für mich total faszinierend zu sehen ist, dass es nicht entweder lebende Bäume und Sträucher, oder Abgestorbene gibt. Meistens gibt es beides an einem Strauch oder Baum. Trockene, abgestorbene Äste neben grüne Blätter tragende Äste. Leben und Sterben an einem Baum oder Strauch. Dies gibt es so extrem bei uns in Deutschland nicht. Ein Stellplatz in Namibia ist unglaublich groß. Privatsphäre scheint hier wichtig zu sein. Wir haben oft mit unseren drei Autos auf einem Stellplatz gestanden ohne das es zu eng war. Bezahlt haben wir zwischen 8,00€ und 18,00€ pro Person und Tag. Die etwas teureren Plätze haben dann außer der Feuerstelle ein eigenes Sanitärgebäude, Strom und Spülbecken pro Stellplatz. Was für ein Luxus!!!  In Nationalparks, vor allem in Wildparks, wird es dann trotz weniger Komfort auch erheblich teurer.
Frei in der Natur, das heißt nicht auf einem Camp zu stehen, ist in Namibia nicht mehr so einfach. In allen Parks ist Wild Campen verboten und es gibt jede Menge Parks in Namibia. Außer oben im Norden, ist ganz Namibia, gefühlt, eingezäunt. Rechts und links der Pisten Zäune, Zäune, Zäune. Wenn es keine staatlichen Schutzflächen sind dann sind es die unglaublich riesigen Farmflächen oder private Wildservate und Lodges. Zum Glück mangelt es nicht an Campingplätzen. Jetzt im Winter ist auf den meisten Plätzen nicht viel los. Oft haben wir alleine gestanden. Nicht allein waren wir dann an der Spitzkoppe, einem weiteren Naturpark. Dieser wunderbare Ort ist eines der Highlights in Namibia und ein Muss. Doch da gerade Winter und Nebensaison ist, hält sich der Besucheransturm in Grenzen.


Nach einer Übernachtung ging es dann weiter nach Swakopmund an den Atlantik. Zum zweiten Mal in Swakopmund und wieder auf dem Camp: Alte Brücke. Dort hatten wir eine besondere Safari gebucht. Eine Safari in die Dünen der Wüste Namib, unmittelbar am Atlantik. Ansgar unser Guide erzählte uns unglaublich viel über das Leben in diesem Wüstenbereich. Dabei ging es vor allem um die für uns meist nicht sichtbaren Wüstenbewohner. Er erklärte uns anhand von Spuren im Sand, welche Tiere die Verursacher waren. Er grub Eidechsen, Gekos, Blindschleichen und einen unterirdischen Spinnenbau aus. Auch ein Chamäleon fand er. Für unsere Augen alles unsichtbar. Eine Safari der ganz besonderen Art.


Weiter ging es nach Walvis Bay zu roten und rosa Salzseen. 

Wir fahren durch wieder mal beeindruckende Berglandschaft - dem Vogelfederberg im Naukluf NP.

Zwei Tage später standen wir auf einem Camp in Sesriem. Von dort aus fuhren wir wieder in den Naukluft Nationalpark zu der unglaublich beeindruckenden Dünenlandschaft von Sossusvlei mit dem Deadvlei. Das Deadvlei ist eine von Dünen umgebene Ebene mit abgestorbenen Bäumen, welche mehrere Hundert Jahre alt sein sollen. Die Dünen hätten sich hervorragend für eine Abfahrt mit dem Schlitten geeignet, ist aber im Naturschutzgebiet nicht erlaubt. Das hatte ich bei Walvisbay an der Düne 7 schon gefragt -  sehr, sehr schade. Auf dem Camp verbrachten wir noch einen schönen Abend am Lagerfeuer. Mit Livemusik von Vroni und Markus. Beide mit dem Fahrrad unterwegs. Markus hat sich an sein Rad eine Gittarenhalterung gebaut - was es alles so gibt….


Lüderitz war unser nächster Stop. Mal wieder waren wir alle erstaunt wie deutsch es in Namibia sein kann. Alle Straßen haben deutsche Namen. An ganz vielen Gebäuden deutsche Aufschriften. Die Bausubstanz in der Altstadt, im Hafengebiet und um den Bahnhof ist überwiegend original erhalten. Irgendwie erwartet man, dass hier jeder deutsch spricht. 

Von Lüderitz aus ist die gesamte Küste circa 300 km mit einer Breite von 100 km, bis zur südafrikanischen Grenze Sperrgebiet. Hier werden Diamanten abgebaut. Die ersten Diamanten fand man unweit von Lüderitz in Kolmanskuppe. Hier begann der Diamantenrausch mit skurrilen Auswirkungen. Mitten in der Wüste entstand in kürzester Zeit eine kleine, hochmoderne Stadt, mit elektrischem Licht, Krankenhaus, eigenem Casino und sonstigem Komfort. Heute ist Kolmanskuppe ein Freilichtmuseum und kann besichtigt werden. Hartmut, unser Führer, lebt in der fünften Generation als deutscher Auswanderer in Lüderitz. Er erzählte uns viel von der deutschen Kolonialgeschichte in Namibia - hochinteressant!!

Auf dem Weg zum Fish River Canyon machen wir noch zwei Tage halt in der Alte Kalkofen Lodge. Hier gibt es eine ganz besondere Sammlung von Lithops - Lebenden Steinen 

Seit gestern stehen wir auf einem skurrilen Camp in einer fantastischen Umgebung mit vielen Köcherbäumen und planen die weitere Route, ohne Alois, dafür mit Klaus und Manuela. Alois hat uns in Lüderitz verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. Er hat genug von Afrika. Irgendwie ist die Luft raus… Er verschifft, seinen Toyota von Kapstadt aus nach Antwerpen und fliegt von  dort nach Hause. Danke für die schöne Zeit und die vielen Erlebnisse. Wir sehen uns dann in Bayern wieder. 

Klaus und Manuela haben wir in Windhuk auf dem Campingplatz kennen gelernt. Sie standen dort mit ihrem Mercedes LKW, welcher Rahmenbruch und andere Wehwehchen hatte. Nach über einer Woche Werkstattaufenthalt haben Sie uns nun eingeholt und wir wollen gemeinsam weiterreisen.


03.07.2026
Das Leben ist eine Reise mit vielen Kurven und Überraschungen, die oft unerwartete Wege nimmt.
Am nächsten Morgen verließen uns Klaus und Manuela Richtung Windhuk. Klaus bekam in der Nacht einen Anruf, dass dein Vater nicht mehr lange leben wird. Die beiden sind mittlerweile schon wieder nach Hause geflogen. Euch beiden auch alles Gute und vielleicht auf ein Wiedersehen. 
Manuela, Richie Clarissa und ich fuhren weiter zum Fisch River Canyon. Nach dem Grand Canyon in den USA, der zweitgrößte Canyon der Welt. Gestern Morgen frühstückten wir draußen, mit Blick in den Canyon - atemberaubend und winterlich kalt.

 

Heute stehen wir auf einem Camp am Oranje River, bei Aussenkehr und sehen auf der anderen Seite Südafrika. Hier am Oranje River ist das Klima etwas milder. Die Sonne scheint und es ist sehr angenehm warm. Gestern haben wir beschlossen, nach Südafrika zu fahren und Alois zu verabschieden. Ganz so einfach kann er sich dann doch nicht verpissen. Also, Alois, wenn du das liest, sind wir wahrscheinlich schon auf dem Weg zu dir.



 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos