fiANNA
WERKGEMEINSCHAFT





BOTSWANA 2

07.08.2026
Wir sind wieder in Botsuana, stehen auf einem Camp am Limpopo River, auf der anderen Seite ist Südafrika. Hier im Limpopo River haben wir das erste Mal Krokodil gesehen. Gestern Nachmittag machten wir eine kleine Bootstour und sahen etliche Krokodile. Damit war klar das Schwimmen im Limpopo nicht angesagt ist. Auch wenn wir gestern keine sahen, gibt es hier Flusspferde. Mit denen zusammen im Wasser planschen ist ebenfalls keine gute Idee. Eine gute Idee aber ist, im Schatten sitzen, auf den Fluss schauen und die Gedanken mit der Strömung treiben zu lassen. Eine wirklich schöne Stimmung hier an diesem Fluss. Hier in Botsuana ist es deutlich wärmer als noch vor zwei Wochen in Südafrika. Mittags sucht man den Schatten, da es in der Sonne zu warm ist. Aber auch hier kühlt es nachts noch erheblich ab.


Das Warten auf den Ersatzreifen in Südafrika war dann doch noch eine Geduldsprobe. Es dauerte drei Tage länger als angekündigt, bis der Reifen endlich in Upington eintraf.


Am nächsten Tag reisten wir in Botsuana ein. Wir wählten einen kleinen Grenzübergang und waren die einzigen Reisenden. Ich glaube das war unsere schnellste Grenzüberquerung auf dieser Reise. Nun ging unsere Fahrt immer Richtung Osten. Unmittelbar an der Grenze zu Südafrika entlang. Wir fuhren in dem breiten, trockenen Flussbett des Molopo. Die Grenze verläuft in der Flussmitte. Flüsse als Grenze gibt es oft in Afrika. Nur dass dieser Fluss kein Wasser mehr führt. In dem Flussbett ist eine nagelneue Straße gebaut. Diese Straße hatten wir überwiegend für uns alleine. Wir fuhren durch einsame Gegend und fast kein Auto begegnete uns. Die Fahrt durch das Buschland zieht sich wirklich sehr eintönig dahin. Eine sehr gleich bleibende Natur, fast ohne Abwechslung. In Teilen von Angola, Namibia und Südafrika haben wir ähnliche Landschaften durchquert. Im Gegensatz zu den Wildparks fehlen hier die großen Herden der Wildtiere. Hier gibt es ab und zu ein paar Rinder, Schafe oder Ziegen hinter den Zäunen der großen Farmen zu sehen.


In Otse besuchten wir eine Camphill Einrichtung, in welcher Clarissa mit ihrem Vater und einem Freund schon einmal vor 40 Jahren war. Davon soll Clarissa selbst berichten.
Ja damals gab es ein paar wenige strohbedeckte Rondables und eine gerade fertig gestellte Schreinerei.
Das Gründerehepaar lebt nun leider nicht mehr aber einige Mitarbeiter konnten sich noch an sie erinnern! 

Heute ist eine beeindruckende Einrichtung daraus entstanden mit 3 kleinen Schulen, Gästehäuser, einer großen Farm und vor allem – sehr fröhliche und freundliche Mitarbeiter! Als wir dort waren wurde gerade die neue Primery School bezogen. Im Restaurant bestellten wir ein 2. Frühstück und bekamen dann eine ausführliche Führung.


Nach diesen schönen Stunden bei Camphill wurden die nächsten Stunden bei der Polizei nicht ganz so schön. Kurz nachdem wir weitergefahren waren, kamen wir an einem Checkpoint. Es war ein Veterinärcheckpoint. Diese Checkpoints gibt es im Süden Afrikas an allen Grenzübergängen und bei den meisten Tierparks. Man darf kein rohes Fleisch über Grenzen hinweg oder in Tierparks mitnehmen, das wussten wir. Was wir nicht wussten war zum Beispiel, dass man von Botsuana nach Namibia, keine Milchprodukte, Gemüse und Obst einführen darf. Bei unserer ersten Ausreise aus Botsuana räumten uns die Beamten fast den ganzen Kühlschrank leer incl. Obst und Gemüse. Danach durften wir weiterfahren. Wir waren auch bei weitem nicht die Einzigen, denen Sachen aus dem Auto geräumt wurde. Hier in Botsuana gibt es innerhalb der Distrikte auch solche Veterinärkontrollen. Mal sind diese Checkpoints besetzt, mal wird kontrolliert und mal nicht. An diesem Checkpoint mussten wir unsere Schuhe desinfizieren, und ein Polizist schaute in den Kühlschrank. Er fragte, ob wir Fleisch dabei hätten. Ich sagte ja und öffnete das Eisfach. Da lagen noch zwei eingefrorene Lammkoteletts. Der Polizist nahm das Fleisch sofort heraus, verlangte meinen Reisepass und sagte, wir sollten links ranfahren und parken. Ich folgte ihm in ein Zelt, und er zeigte das Fleisch einer Kollegin. Diese begann sofort mich zu belehren, erzählte mir irgendwas von Maul - und Klauenseuche, von Distrikten und davon, dass man kein Fleisch über die Distriktgrenzen mitnehmen darf. Ich fragte sie, woher wir das wissen sollten und dass uns dies nicht bewusst war. Die Beamtin meinte, wir müssten uns selbst informieren über Facebook oder sonst was und außerdem müssten wir jetzt eine Strafe zahlen. 300 Pula wollte sie von uns. Das sind ungefähr 20 €. Ich sagte ihr, dass wir eine Quittung wollten, was sie verneinte, denn sie hätten hier keine Quittungsvorlagen. Nun meinte noch der junge Polizist, der den Kühlschrank im Duro kontrolliert hatte mein Auto wäre in Botsuana nicht angemeldet. Ich wäre illegal hier. Alle Fahrzeuge, die in Botsuana zugelassen sind, haben an der Windschutzscheibe eine kleine Plakette ähnlich wie eine Mautplakette in vielen europäischen Ländern. Ich sagte ihm, wir seien Touristen, unser Auto wäre ordnungsgemäß an der Grenze eingeführt, wir hätten Straßengebühren bezahlt und eine KFZ - Versicherung. Ich zeigte ihm das Grenzformular mit dem Zahlungsbeleg. Damit konnte der Polizist nichts anfangen und behauptete weiterhin, der Duro wäre in Botsuana nicht registriert und deshalb illegal im Land. Nun stimmte die Polizistin mit einem tiefen Seufzer ein und ließ verlauten, dass sie „very angry“ sei. Das waren Clarissa und ich inzwischen auch. Auf dem Tisch der Polizisten herrschte ein totales Chaos. Überall Zettel. Irgendwo dazwischen die Zollpapiere für den Duro und irgendwo der Fahrzeugschein. Ich nahm die Klarsichthülle die Zollpapiere und den Fahrzeugschein an mich, um alles wieder in die Klarsichthülle einzusortieren. Das Gefiel dem Polizisten gar nicht. Zwei oder dreimal versuchte er mir die Papiere abzunehmen. Ich war schneller und konnte die Papiere vor seinem Zugriff rechtzeitig wegziehen. Dies erinnerte mich ein bisschen an das Spiel, welches ich in Westafrika öfters mit Kindern spielte. Man legt die Handflächen aufeinander, hält die Hände senkrecht vor sich und ein anderer versucht mit seinen Händen von rechts und links die Hände des Gegenübers abzuklatschen. Wenn ich dies mit Kindern spielte, waren diese in der Regel sehr viel schneller als ich. Doch der Polizist hatte gegen mich keine Chance. Er wurde sauer und schrie mich an. Ich sagte ihm, dass ich alle Papiere wieder in die Klarsichthülle sortieren werde, damit nichts verloren geht. Dann legte ich alles wieder auf den Tisch. Aber mittlerweile hatten er, so wie seine Kollegin, offensichtlich das Interesse an der illegalen Einführung unseres Duros verloren. Nach ein paar Minuten nahm Clarissa einfach die Papiere vom Schreibtisch, ging zum Duro und sortierte dort alles wieder an seinen Platz. Keiner hatte etwas einzuwenden. Inzwischen hatte die Polizistin ein Schreiben aufgesetzt, was die illegale, rechtswidrige Einführung der beiden einsamen Lammkoteletts dokumentierte. Diese lagen mittlerweile in einem Karton, die Verpackung aufgerissen und an einer Ecke mit einer Flüssigkeit übergossen. Wahrscheinlich eine Grillsauce in Vorbereitung auf den heutigen Grillabend. Den schriftlich festgehaltenen Tathergang unterschrieb ich nicht, beharrte weiterhin auf eine Quittung und wollte den Vorgesetzten sprechen. Die Bitte nach dem Vorgesetzten wurde natürlich erst einmal abgelehnt. Stattdessen wurde mir zum 34. Male mitgeteilt, dass das Mitnehmen von Fleisch von einem Distrikt zum andern verboten wäre. Nach ein paar Minuten teilte mir die Polizistin mit, dass ihr Vorgesetzter in einer halben Stunde käme und mir dann auch eine Quittung ausstellen würde. Aus der halben Stunde wurden dann über 2 Stunden. Ich saß die ganze Zeit in dem Zelt bei dem Polizisten und schaute den Kontrollen und dem Desinfizieren der Autoreifen zu. Das Desinfizieren war eine Farce. Dabei wurden mit handbetriebenen Buckelspitzen, wie man sie bei uns aus der Gartenarbeit kennt, die Reifen besprüht. Alles ziemlich lustlos und laissez Faire. Mal wurde versucht die Lauffläche des Reifens ganz zu besprühen, mal wurde einfach nur ein bisschen rumgenebelt. War eine Buckelspritze leer und musste aufgefüllt werden fuhren die ankommenden Autos einfach vorbei ohne Desinfektion. Hatte einer der Desinfektionsfacharbeiter Lust auf eine kleine Pause, fuhren die Autos ebenfalls ohne Desinfektion weiter. Die Fahrzeugkontrollen fielen auch sehr nachlässig aus. Manchmal stieg ein Kontrolleur auf einen LKW auf und schaute ins Fahrerhaus. Bei manchen PKWs wurde der Kofferraum aufgemacht, aber alles nur sehr oberflächlich. Busse die ankamen hielten an. Die Insassen stiegen mit ihrem Gepäck aus und mussten alle an einem Tisch ihre Taschen zur Kontrolle abstellen. Ich sah eine Frau mit Rucksack, für welchen sich keiner interessierte. Auch gab es immer wieder Menschen, die mit ihren Taschen im Getümmel einfach an dem Tisch vorbei gingen. Ein älterer Mann wurde zurückgerufen und hatte tatsächlich Fleisch in einer Tragetasche. Er wurde zu dem Zelt geschickt, kam rein, stellte die Tragetasche auf den Tisch und ging. Ich dachte gerade schon, das darf nicht wahr sein da wurde er zurückgerufen. Seine Personalien wurden aufgenommen dann ging er wieder. Das Gleiche kurz danach bei einer jungen Frau. Dieser ging ich nach und fragte sie, ob sie nun eine Strafe bezahlen müsste, was sie verneinte. Dann erwischt es einen Mann, welcher eine ganze Tragetasche voll mit Fleisch hatte. Es wurde diskutiert und diskutiert. Zwischenzeitlich ziemlich laut. Alles auf Englisch. Clarissa meinte, dass dieser Mann nicht aus Botswana war. Dann kam der Chef. Wir gingen vor das Zelt. Da saß er in einem alten, klapprigen Fiat Ducato. Er war älter als die beiden Kolleginnen vor Ort aber die gleiche Uniform. Nicht zu erkennen, dass er ein hohes Tier war. Wir bekamen eine Quittung und er steckte die 300 Pula in seine Tasche. Ein sehr ungutes Gefühl bleibt zurück. Ich merkte während dieser ganzen Situation, dass mein Englisch bei weitem nicht ausreicht um mich wirklich frei ausdrücken zu können. Hat mich ziemlich genervt! Zum Glück blieb uns das bei unserer bisherigen Reise erspart. Ich ging noch mal ins Zelt zurück und wünschte dem „Fleischschmuggler,“ über welchen immer noch verhandelt wurde, viel Glück. Ich bedankte mich recht herzlich bei der Polizistin und ihren Kollegen. Offensichtlich verstanden Sie meinen Zynismus nicht. Mehr schlecht als gut gelaunt fuhren wir weiter.


Eine halbe Stunde später nahmen wir eine junge Frau mit zu einer Tankstelle. Ihrem Auto war das Benzin ausgegangen. Erneut kamen wir an einen Veterinär Checkpoint. Wir mussten die Schuhe desinfizieren und anschließend durch ein Desinfektionsbad fahren. Sehr effektiv. Diesmal fragte keiner nach Fleisch. Ich musste nur meinen Führerschein zeigen. Beim Weiterfahren erzählte ich der Frau, dass wir an einer Kontrolle vorher 300 Pula bezahlen mussten, weil wir Fleisch dabeihatten. Diese rief ganz erstaunt aus, dass sie das noch nie gehört habe. Eine Geldstrafe gibt es dafür nicht, sagte sie ganz verwundert. Als wir sie an der nächsten Tankstelle absetzen, als Wegzehrung mit Orangen, Birnen und Äpfeln versorgt hatten, gab sie uns noch Gottes Segen. Somit konnte heute nichts mehr schiefgehen. Wir fuhren nun immer weiter nach Osten.


Unser Ziel war der Tuli Nationalpark. Der größte private Nationalpark in Botsuana. Bestehend aus mehreren Farmen. Nach einer zum Schluss grauenhaften Pistenfahrt stehen wir nun hier am Limpopo River auf der Kwadiwa Ranch. Ursprünglich eine Orangenfarm. In den letzten Jahren wurde ein großer Tourismuskomplex angebaut mit Campingbereich, Gasthäusern, einem Tagungshotel mit Restaurant Bar und Holzterrassen über dem Limpopo River. Richtig schick, Für uns fast schon zu gestylt. Heute sind wir mit einem Holländischen Ehepaar die einzigen Gäste auf dem Riesenanwesen.


09.08.2026

Am 08.08.2026 fuhren wir weiter nach Osten entlang des Limpopo River. War die Piste bisher grottenschlecht, so wurde sie nun mehr als scheiße - Wellblech übelster Art, materialmordend und gesundheitsschädlich. Wir bretterten die Piste mit unserem Hochgeländegängigen Duro mit 5 bis 15 Km/h entlang. D.h. wir fuhren in jede Bodenwelle rein und wieder raus. Oft tuckerten wir im Standgas dahin. Fuhren wir schneller, egal ob 30 km/h, 60 km/h, oder mehr…., fing alles an zu rappeln und zu scheppern. Wir hörten das Besteck, jeden Teller, Topf und die Kaffeedose scheppern. Bei den Weinflaschen riet ich immer ob es jetzt der Weißwein oder der Rotwein war. Irgendwann geriet alles in Wallung. Das Doppelkinn, jede Speckfalte, sogar die Brille musste ich zurechtrücken. Gefühlt bestand auch die Gefahr, dass die ein oder andere Plombe ihren, vom Zahnarzt des Vertrauens, vorbestimmten Platz verlassen könnte. Da Manuela und Richie (beide von Beruf Zahnarzt) nicht mehr dabei waren und das Zahn Notfall Kit von Heinrich nunmehr 3 Jahre alt war, entschied ich mich dafür zu entschleunigen!  Der beste Gradmesser für die richtige Geschwindigkeit aber war ein kurzer Blick nach rechts zu Clarissa. Versteinerter Blick geradeaus: Zu schnell!!!  Nach über drei Stunden und ca. 34 km Strecke erreichten wir wieder Teerstraße.
Richtungswechsel!!


Fuhren wir bisher nach Osten, ging es jetzt nach Westen. Die gleiche eintönige Buschlandschaft. Nur sahen wir diesmal außer Kühen, Schafen und Ziegen, auch wieder Zebras, Impalas, ……


Nun stehen wir auf der Goo-Moremi Camp Site, im gleichnamigen Nationalpark. Wie alt wir mittlerweile sind, oder aussehen, wurde uns beim Einchecken wieder einmal bewusst. Wir buchten einen Stellplatz, mussten uns in ein Formular eintragen in welchem es zwei Activities zum Ankreuzen gab. Einen Restaurantbesuch und eine geführte Wanderung in den Canyon. Der junge freundliche Herr meinte sofort, dass der Canyon wohl nichts für uns wäre. Außerdem wies er uns darauf hin, dass das Restaurant 1,5 km/h von unserem Stellplatz entfernt ist…..??!!


Eben am Lagerfeuer sagte ich zu Clarissa: „Lass uns doch nach Tansania fahren und den Kilimandscharo anschauen! Das war doch immer ein Sehnsuchtsziel von dir!“
Gut, machen wir, so ihre Antwort.
Irgendwie ist momentan ein bisschen die Luft raus! Da Donald das Trampeltier unsere eigentliche Reiserute über die Arabische Halbinsel und den Iran, zurück über den Pilion (Café Let und Hotel Inge) mit dem Endziel Sechtem, der Perle des Vorgebirges, ohne unser Einverständnis storniert hat, planten wir um.  Alois hat sich ja schon in sein Königreich Bayern zurückgezogen. Die schöne Zeit mit Manuela und Richi ist auch vorbei. Nun kommt es uns so vor, als wenn wir irgendwie die Zeit bis zu unserer Rückreise und dem verschiffen des Duros, was wir ja nie wollten, lustlos überbrücken und eine pragmatische nicht mehr so lange Route ausgewählt haben. Irgendwie Nonsens!!
Also wieder einmal Richtungswechsel.
Wenn wir schon mal hier sind, dann geht es auch zum Kilimandscharo.
Heinrich, nicht einer der 8 Englischen, oder 7 Deutschen Könige, auch nicht aus Spanien oder Portugal, Heinrich aus Sechtem hat mich mal gefragt was ich eigentlich suche in Afrika. Gute Frage!! Habe viel darüber nachgedacht. In Beziehung auf Afrika möchte ich auch etwas entdecken. Ein bisschen wie Livingston. Abseits der Reiseführer. Ohne eine Vorstellung. Aber Afrika, vor allem das südliche Afrika, ist nicht mehr so wild und unerschlossen. Mal schauen was uns noch so begegnet.


10. 08.……und jetzt noch ein Nachtrag: Wir kommen gerade von der geführten Wanderung im Goo – Moremi Canyon zurück! ich mit weichen Knien aber Jürgen spürt seine Oberschenkel und Waden auch! Es war wunderschön und auch sehr lehrreich.

16. 08.
Die Wanderung in die Schlucht, Clarissa hatte es ja schon geschrieben, machten wir dann doch noch. Wir waren alleine mit unserem Guide Letho unterwegs und hatten die wunderbare Natur für uns alleine. Wir wanderten an einem Bachlauf die Schlucht aufwärts. Dabei erklommen wir drei Wasserfälle. Zum Teil konnten Passagen nur mit in dem Felsen verankerten Stahlseilen bewältigt werden. Die beiden häufigsten Sätze von Letho in diesen beiden Stunden waren: everything ok? Und: take you’re time!
Zeit hatten wir ja, alles war in Ordnung und es gab keine Probleme. Es hat wirklich Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis. Letho erzählte uns das diese Schlucht früher bewohnt war. Er zeigte und erklärte uns viel über die Flora und Fauna. Aus welchen Pflanzen und Bäumen welche Heilmittel gewonnen werden (wurden) und welche Tiere es dort gibt. Nach dem Naturglauben der dortigen Bewohner gibt es in der Schlucht zwei, sogenannte „Alarmsteine“. Das bedeutet, wenn einer dieser Steine aus der Felswand bricht und nach unten stürzt, stirbt eine wichtige Persönlichkeit. 1980 früh morgens stürzte ein Stein in die Tiefe. An diesem Tag starb der erste Präsent Botswanas. An diesem Stein ist eine Gedenktafel angebracht. Letho zeigte uns den anderen Alarmstein auf der gegenüberliegenden Schlucht Seite. Noch hoch oben!!!


Am nächsten Morgen ging es mit Muskelkater weiter ins Platte Land. Wir fuhren zu der Makgadikgadi Salzpfanne. Dies ist eine der größten Salzpfannen der Welt. Prima dachte ich da kann ich mit dem Duro mal einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Dabei hatte ich die große Salz Wüste in den USA vor Augen. Dort auf der meistens Ebenen harten Salzfläche wurden in den letzten 100 Jahren etliche Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Aber eine Salz Wüste bis zum Horizont sucht man in Botsuana vergebens. Hier gibt es viele kleine Salzpfannen, um welche Wiesenflächen und zum Teil auch Buschland wachsen. Wir fuhren auf die größte Salzpfanne und besuchten Kubu Island, eine heilige Insel der San. 

Diese bizarre Felseninsel ist mit vielen uralten Baobab Bäumen bewachsen. Es ist wirklich ein mystischer Anblick in dieser Salzpfanne. Die beiden Tage, die wir auf den Salzpfannen unterwegs waren, herrschte ein kalter, unglaublich starker Wind. Eigentlich sehr passend für solch eine Umgebung, aber dadurch war die Luft auch unglaublich staubig. Das Glas Wein zum Sonnenuntergang war im wahrsten Sinne des Wortes staubtrocken und hatte einen sehr erdigen Abgang. Nach dem letzten Schluck aus dem Glas knirschte der Sand zwischen den Zähnen. 

Unsere Zeit in Botsuana geht nun langsam zu Ende. Die letzte Strecke bis zur Grenze nach Sambia fahren wir unmittelbar an der Grenze zu Simbabwe auf der so genannten Hunters Road entlang. Die Hunters Road ist eine alte Handelsstraße, eine Piste, welche nicht mehr richtig instandgehalten wird. Sie wird überwiegend vom Militär zur Grenzkontrolle und von Jägern benutzt. Die Piste führt direkt an der Grenze zu Simbabwe entlang. Wenn nicht von Elefanten ausgerissen und irgendwo herumliegend, sind alle 25 m Eisenbahnschienen in die Erde gerammt und grau gestrichen. Diese ragen circa 1,2 m aus dem Boden. Am ersten Tag machte sich Clarissa  mind. zweimal des illegalen Grenzübertrittes schuldig. Ohne mit der Wimper zu zucken, schlug sie einen rechten Haken und fuhr ohne Einreiseformalitäten ein Stück durch Simbabwe. Die Wildtierdichte auf dieser Strecke ist sehr hoch. Aber da dort gejagt wird, sind die Tiere sehr scheu und bei weitem nicht so leicht zu sichten und zu beobachten wie in Wildparks. Die Ausnahme sind Elefanten. Diese dürfen in Botsuana nicht gejagt werden und haben, so scheint es mir, sowieso vor nichts Angst. Die Piste war übersät mit Elefanten Dung. Was diese grauen Riesen so fallen lassen, ist wahrlich keine Kleinigkeit. Manche Pellets haben die Größe von einem Handball. Um da nicht stecken zu bleiben, braucht man schon Allradfahrzeuge. An den drei Tagen, welche wir auf der Hunters Road unterwegs waren, sahen wir hunderte Elefanten.

 Nachts übernachteten wir an Wasserlöchern und schauten dem Treiben der Elefanten in der Dämmerung zu. Einfach grandios. Unbeschreiblich. Eine große Bereicherung so etwas erlebt zu haben. Bei unserer zweiten Übernachtung an einem Wasserloch, standen wir ungewollt circa 15 m von einem Schlammloch entfernt. Von unserem Standpunkt aus konnten wir dieses Schlammloch nicht sehen. Die Abend Routine der Elefanten war, erst den Durst stillen und dann ein Schlammbad nehmen. Zu Beginn waren die Elefanten etwas irritiert, was da für ein komisches Ding vor ihrem Schlammbad steht. Doch nach und nach trauten sich immer mehr Elefanten in den Wellnessbereich. Wir standen circa 15 m von diesem Schlammloch entfernt. An diesem Abend waren uns die Elefanten so nah wie nie zuvor.
Afrikanische Elefanten erreichen eine Schulterhöhe von 4 m und werden 7,5 m lang. Also höher und länger als der Duro!! Wenn so ein Tier einige Meter vor dem Duro steht oder seitlich vorbei schreitet, meldet sich schon immer ein Kribbeln im Bauch. Manchmal war uns auch nicht klar, ob jener Elefant, der gerade vor uns stand, nur Interesse an uns zeigte, oder es total blöd fand, dass wir genau da standen, wo er sonst immer langgeht…? Aber zum Glück wurde es nicht ein einziges Mal ungemütlich! Angespornt von Clarissas grenzüberschreitenden Fahrkünsten, bin ich am zweiten Morgen dann zum pinkeln rüber nach Simbabwe gegangen. Ein Gefühl, fasst wie als Kind, wenn man etwas Verbotenes gemacht hat und nicht erwischt wurde….Nach drei Tagen in der Wildnis. Ohne einem Menschen zu begegnen, sind wir heute in Kasane angekommen. Hier ist der Bär los. Kasane liegt unmittelbar vor dem Chobepark. Von hier aus starten die allermeisten Fahrten durch den Park. Auch ist hier das vier Ländereck: Namibia, Botsuana, Sambia und Simbabwe. Die Victoria Wasserfälle liegen um die Ecke. Morgen werden wir dann in Sambia einreisen und sind gespannt, was uns erwartet.


 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos