01.06.2026
Muchenje Campside Botswana. Ich habe soeben mein erstes Flußpferd gesehen! Es schwamm beziehungsweise tauchte an der Aussichtsplattform unseres Camps, den Chobe River entlang. Es war Nachmittag, ich stand alleine auf der Plattform. Ab und zu tauchte der Kopf auf, und es bließ durch die Nasenlöcher Wasser aus. Ein bisschen wie ein Walfisch der vorüber schwimmt. Beim Auftauchen winkte es mir immer mit den Ohren zu.
Gestern sind wir in Botsuana eingereist und werden morgen weiter durch den Chobe Park in Richtung Süden fahren. Hier auf dem Camp gibt es die ersten frechen Affen, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Vervet Monkey heißen die kleinen, lustigen schönen Affen. Aber rotzfrech und diebisch sind die! Man darf weder Klappen noch Fenster am Wagen auf lassen und die Mülltonnendeckel auf dem Platz sind alle zu gebunden. Andy und Elke hatten schon in Marokko erzählt, dass es ab Namibia wichtig ist eine Zwille, an der Mosel heißt das Ding Fletsch, wegen der frechen Affen dabei zu haben zwecks verscheuchen. Habe mir unterwegs so ein Teil selbst gebastelt, wie vor über 50 Jahren - hat Spaß gemacht. Als die niedlichen Affen dann zu aufdringlich wurden habe ich die Fletsch dann rausgeholt, den Gummi gespannt und haste nicht gesehen waren die Affen weg. Offensichtlich kannten sie schon diese Dinger. In diesem Falle hat die Abschreckung super funktioniert. Bei vielen Politikern und Despoten dieser Welt funktioniert das mit der Abschreckung leider nicht so gut……
03.06.2026
Gestern durchquerten wir den Chobe Park an der Westseite von Nord nach Süd. Erneut ein Erlebnis die Tiere so hautnah zu erleben und beobachten zu dürfen. Für den zweiten Teil der Parkdurchquerung wählten wir die Marsh Road, eine Nebenpiste, richtung Ausgang, zum Mababegate. Dieser Teil des Parks stand bis vor ein paar Wochen noch unter Wasser. Die Elefanten haben diesen Bereich total zertrampelt. Fußabdruck an Fußabdruck und richtig tief. Mittlerweile ist der Schlamm wieder getrocknet und Steinhart. Ganz schön anstrengend und nervig die Piste, bzw. das was davon noch übrig ist, zu befahren. Selbst als Murmelbahn taugt das nicht. Die Löcher sind viel zu groß und zu tief. Wir hatten aufgrund unsers langsamen vorankommen noch mühe rechtzeitig das Gate zu erreichen. In Wildparks werden die Tore zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geöffnet bzw. geschlossen. Wir schafften es gerade so. Kaum draußen wurde es schon dunkel. Wir verdrückten uns seitlich in den Busch und verbrachten eine ruhige sichere Nacht. Bewacht von Hyänen. die Wildparks in Botsuana sind im Gegenteil zu Namibia nicht umzäunt. Auch außerhalb der ausgeschriebenen Wildparks gibt es dort jede Menge Wildtiere.
10.06.2026
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter auf den Rain Tree Camp. Dieses Camp liegt am Rande des Okavango Deltas. Wir beschlossen, nicht mit unserem Duro in das Delta zu fahren. Aufgrund der hohen Niederschläge dieses Jahr führt das Okavangodelta immer noch so viel Wasser, dass es nur in der Peripherie zu befahren ist. Die Besuche der letzten Wildparks haben auch gezeigt, dass der Duro zum befahren, der Nebenpisten manchmal doch etwas zu groß ist. So buchten wir eine geführte Safari in das Okavango Delta, genau an Clarissa’s Geburtstag. Manuela und Richie, nebst ihrer Tochter Lena und Freund Alex schlossen sich unserem Vorhaben an. Sie trafen am Vorabend der Safari auf dem Rain Tree Camp ein. Um 6:30 Uhr am nächsten Morgen ging die Safari los. Wir fuhren in einem offenen Toyota mit Sitzbänken auf der Ladefläche. Da in Botsuana Winter ist, waren wir alle angezogen, als wären wir auf einer Schlittenfahrt im Schnee. Erst eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang wurden die Temperaturen wieder erträglicher. Frank unser Fahrer war wirklich klasse. Er hatte ein unglaubliches Wissen über die Flora und Fauna des Okavango Deltas. Frank sprach ein für mich, sehr verständliches Englisch, so das ich das Meiste verstand ohne Nachfragen zu müssen. Das Highlight an Tiersichtung an diesem Tag war sicherlich ein Leopard, welcher sich von unserem Auto gar nicht beeindrucken ließ und 5 m seitlich an uns durch den Busch schlenderte. Alex entdeckte den Leoparden als einziger. Ohne ihn wären wir wahrscheinlich vorbeigefahren. Dies brachte ihm einen Platz, in der Hall of Fame, der Tier Sichtungen ein. Des Weiteren konnten wir Hyänen bei einem Elefantenkadaver beobachten. bei einem weiteren Elefantenkadaver von einem nicht ausgewachsenen Elefanten fanden wir einen Stoßzahn. Da Clarissa an diesem Tag Geburtstag hatte waren wir der Meinung, dass dies ein schönes Geburtstagsgeschenk wäre. Frank meinte allerdings, das wäre kein gutes Geburtstagsgeschenk, sondern ein Ticket fürs Gefängnis. Also legten wir den Stoßzahn wieder zurück. Frank erklärte, dass er den Standort durchgeben würde und ein Ranger den Zahn dann abholt. Kurz vorm Dunkel werden erreichten wir unser Camp. Ein toller Tag ging zu Ende. Am nächsten Morgen düsten Manuela, Richie, Lena und Alex schon wieder weiter, Richtung Windhuk. Der Rückflug von Lena und Alex geht in drei Tagen….
12.06.2026
Wir stehen in der Nähe von Windhuk, auf der Guest Farm Elisenheim. Richie und Manuela sind auch wieder dabei. Gestern Abend sind Lena und Alex nach Hause geflogen. Gemeinsam warten wir hier auf Alois. Brum, Brum, da fährt er gerade vor!! Wenn man vom Teufel spricht……
Die Fahrt vom Botsuana nach Windhuk war recht eintönig. Sie führt durch den Trans Kalahari Korridor auf einer Hochebene immer geradeaus durch eintöniges Buschland. Erst in Namibia kommt etwas Bewegung in die Landschaft, und es ist nicht mehr so eintönig. Vorgestern Abend hatten wir mal wieder ein Erlebnis aus der Kategorie.:Wie klein ist die Welt.
Wir hatten uns neben einer still gelegten Eisenbahntrasse hingestellt, und wollten dort die Nacht verbringen. ein Toyota Landcruiser bretterte vorbei, ich winkte, und der Fahrer hielt den Daumen nach oben aus dem Fenster. Dann bremste er und kam zurückgefahren. Er fragt auf Englisch, ob alles okay wäre und ob wir hier übernachten wollten. Ich bejahte beides, worauf er auf deutsch fragte, ob wir deutsch sprechen. Wenn wir Lust hätten, könnten wir auf seiner Farm übernachten circa 15 km die Piste weiter, durch ein trockenes Flussbett und dann links abbiegen. Etwas später standen wir auf seinem Hof, der Farm Silver Sand. Im Laufe des Gespräches stellte sich heraus, dass Andy und Elke ihren Toyota auf seiner Farm abgestellt hatten. Die Beiden sind zur Zeit in Deutschland. Wie klein ist doch die Welt. Wir Verbrachten eine herrliche Nacht in dem ausgetrockneten Flussbett mit Feuerstelle und Grill. Am nächsten Morgen kauften wir noch selbst gemachte Marmelade, Butter, Sahne geräuchertes Zebrafleisch, Oryx und Bilton ein - alles Bio. Wenn wir wieder in der Nähe wären, sollten wir einfach vorbeikommen. Wir könnten jederzeit auf der Farm übernachten. Marco und seine Frau haben jeweils die elterliche Farm übernommen und besitzen zusammen 130 km² Land. Unvorstellbar!
Unser jetziger Standort, die Gästefarm Elisenheim, ist eine Anlaufstelle für Overländer. Viele Overländer lassen ihr Fahrzeug hier stehen, fliegen nach Hause und kommen irgendwann wieder, um weiter zu reisen. Manche machen dies über Jahre. Hier erfährt man Vieles und bekommt spannende Geschichten zu hören. Es herrscht eine schöne Atmosphäre hier. Wir beraten nun wie unsere Fahrt weitergehen soll. Doch zuerst muss Richie in die Werkstatt. Die Gummilager des Stabilisators der Vorderachse sind ausgeschlagen beziehungsweise teilweise nicht mehr vorhanden und mindestens ein Kreuzgelenk der Kardanwelle muss wahrscheinlich erneuert werden. Schon wieder ein Toyota in der Werkstatt.












