MOSAMBIK
18.10.2026
Nach ca. 1 Stunde tat mir dermaßen mein Hintern weh, dass ich nicht mehr wusste, wie ich sitzen sollte. Hin und her rutschen konnte ich nicht, denn ich saß ja auf einem Friseurstuhl. Keiner wie bei uns, gepolstert, mit verstellbarer Rückenlehne und drehbar. Es war ein einfacher Stuhl mit Armlehnen. Der Majestro bearbeitete mein Haupthaar seit 1 Stunde und immer noch war kein Ende abzusehen. Die ganze Arbeit wurde mit der Haarschneidemaschine erledigt. Fünf Stück an der Zahl standen in den Akku Ladestationen aufgereiht auf einer Kommode. Aufsätze dafür, lagen Dutzendweise rum. Immer und immer wieder glitt die Maschine über mein Haar. Ständig wurden die Aufsätze gewechselt. Mit der linken Hand auf meinem Kopf veränderte er mit sanftem Druck permanent meine Haltung. Dies war ein bisschen wie eine Halswirbel Massage. Vor, zurück, rechts, links ……. Eigentlich ganz angenehm. Ab und zu trat der Maestro einen Schritt zurück, betrachtete sein Werk und ließ erneut die Haarschneidemaschine summen. Nach über 1 Stunde Arbeit, war er endlich zufrieden und entließ mich guten Gewissens. Auch ich war zufrieden, und der wartende Kunde, welcher nach mir an der Reihe war, betonte, wie gut mir die Frisur stünde und dass ich nun viel jünger aussehe. Na bestens, da hat sich der Weg zu dem Friseur ja gelohnt - das zweite große Abenteuer nach dem Militär Convoy in Mosambik gut überstanden.
Nach vier Tagen im Indischen Ozean schwimmen, am Strand spazieren gehen, Fisch essen, nichts tun, schwimmen gehen, Fisch essen..….. verließen wir Inhassaro und fuhren weiter auf der N1, Richtung Süden.
Die N1 wurde nun besser und war bald durchgängig geteert. Es gab mehr Autos, Motorräder und die Bebauung änderte sich. Im Süden Mosambiks ist der Baustil stark geprägt durch die ehemalige Kolonialmacht Portugal. Wir brauchten Stunden um Maputo, die Hauptstadt Mosambiks, zu durchqueren. Eine chaotische Stadt, wie alle Großstädte Afrikas welche wir bisher durchquert haben. Die Kraftstoffversorgung im Süden Mosambiks ist momentan nicht sichtbar besser, als im Rest des Landes. Hinter Maputo fuhren wir weiter nach Westen, Richtung Grenze zu Südafrika. Wir durchfuhren ein riesiges Zuckerrohranbaugebiet. Über 100 km Piste und rechts und links nur Zuckerrohr. Inmitten der Felder, eine riesige hochmoderne Fabrik. Ständig begegneten uns LKW-Gespanne, mit geerntetem Zuckerrohr. Die meisten Felder wurden bewässert. Solch ein riesiges Gebiet mit Monokultur haben wir noch nie gesehen. Wir übernachteten in einem kleinen Stück naturbelassenen Wald und überquerten am nächsten Tag die Grenze nach Südafrika.
SÜDAFRIKA
Unsere ersten Stationen waren Pretoria und Johannesburg. Wir suchten zwei Orte auf, an denen Clarissa vor circa 40 Jahren schon einmal war.
((Orte und Menschen wieder zu treffen, die ich vor so vielen Jahren zum letzten Mal gesehen habe, war für mich sehr bewegend))
Der Dieselpreis in Südafrika ist seit unserem letzten Besuch im Juli um über 0,40 € pro Liter gestiegen. Momentan circa 1,92 €. Immer noch günstiger als in Europa, aber für die Menschen hier schon sehr hart. Vor drei Tagen gabelt uns sein Südafrikaner am Straßenrand auf. Nach einem kurzen Gespräch fuhr er voraus, um uns den Weg zu einem Campingplatz zu zeigen. Unterwegs lud er uns dann noch auf ein Bier in der Kneipe seines Golfplatzes ein. Immer wieder schön solche Erlebnisse. …… nun sind wir wieder in der nicht mehr so selbstverständlichen Einsamkeit Südafrikas gelandet. Wir stehen seit zwei Tagen auf 1925 m Höhe in den Drakensbergen, beobachten große Herden Roan Antilopen, Zebras, Gnus und hören Abends den Schakalen zu. Bisher kam keine Menschenseele vorbei. Morgen werden wir tiefer in die Berge fahren und in Lesotho einreisen.



















