fiANNA
werkgemeinschaft



4.4. 2026 Kamerun
In Kalnyaka erreichten wir die Grenzposten von Nigeria. Der Ort liegt ganz auf kamerunischem Gebiet, wird aber von Nigerianern bewohnt. Zuerst wurde das Carne de Passage ausgefüllt. Dies geschah im Freien unter einem großen Baum, mit anschließendem Erinnerungsfoto. Ein paar Meter weiter wurden unsere Pässe abgestempelt. Schon waren wir aus Nigeria ausgereist. Wir waren die einzigsten an diesem Grenzübergang. 

Dann ging es ein paar Kilometer in Kamerun weiter bis zum nächsten Dorf und dem Grenzposten von Kamerun. Hier trafen wir auf eine Frau, die gerade am kochen war. Sie entschuldigte sich dafür und wir mussten ein paar Minuten warten. Sie brachte einen Teller aus der Küche mit hinaus und ließ uns alle probieren. Ein sehr leckeres Bohnen Gericht. Dann fotografierte sie alle unsere Unterlagen, die Pässe und die Autos. Auch hier gab es ein paar Erinnerungsfotos, wobei sich die Frau dafür entschuldigte, dass sie keine Uniform trug. Dies war der bisher einfachste und persönlichste Grenzübertritt auf unserer Afrika Reise. 

Weiter ging es auf Pisten 130 Kilometer Richtung Osten. Über Banjo, bis nach Tibati. Von nun an ging es weiter nach Süden. Auf einer nagelneuen Teerstraße immer durch den Urwald. Meistens waren wir alleine unterwegs, sehr gespenstig auf einer neuen Straße. Die häufigsten Fahrzeuge, die wir trafen, waren Holztransporter mit riesigen Holzstämmen beladen. Wir schliefen im Urwald und erreichten nach circa vier Tagen  eine halbe Stunde südlich von Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, unser nächstes Etappenziel, (Frutopia Forest Camp). Hier betreiben Mayel und seine Frau im vierten Jahr einen kleinen Bauernhof. Bei einem Rundgang hat uns Mayel viel über die einheimischen Pflanzen erzählt. 

Nach zwei Tagen fuhren wir weiter Richtung Grenze zur Republik Kongo. Wieder auf einer neuen Straße durch den Dschungel, wieder fast alleine, bis auf die Holztransporter. Entlang der Strecke große Parkplätze und Rasthöfe, alles nicht in Betrieb. Die Straße selbst zum Großteil schon wieder halbzugewachsen. 


KONGO

Der Grenzübertritt von Kamerun in die Republik Kongo war sehr unkompliziert und angenehm. Auch hier waren wir fast die einzigsten, welche die Grenze überquerten. Eine riesige Grenzabfertigungsanlage mit Gebäuden, Hallen und hunderten von Parkplätzen ist hier entstanden. Nichts ist in Betrieb und die Natur fängt an alles zu überwuchern. Die Zöllner sitzen stattdessen in baufälligen Bretterbuden und verrichten dort ihren Dienst. Die letzten vier Tage fuhren wir auch hier im Kongo durch den Dschungel. Seit Kamerun ca 1800 km nur Dschungel! Immer wieder kleine ärmliche Dörfer entlang der Straße, in welche große wirtschaftliche Hoffnung gesetzt wird. Manche Dörfer verlassen. In Kamerun alle ohne Strom, hier im Kongo stehen seit 2 Tagen Strommasten entlang der Straße. Seit gestern lichtet sich der Urwald und es gibt große offene Sumpfflächen. Von unserem jetzigen Standpunkt aus erstreckt sich das Sumpfgebiet circa 200 km östlich bis zum Kongo River und 400 km von Süd nach Nord.

 Vor drei Tagen hatten Clarissa und ich das unglaubliche Glück Gorillas zu sehen. Wir kauften in einem Dorf noch Avocados. Die anderen waren schon auf dem Weg zum verabredeten Übernachtungsplatz. Wir fuhren hinterher, und plötzlich kamen ca. 200 m vor uns  rechts aus dem Wald Gorillas auf die Straße. Ganz gemächlich und in aller Ruhe. Ich zählte mind.sechs Stück. Es gab zwei kleine, der größte von allen, setzte sich mitten auf die Straße, den Rücken zu uns gewandt und wartete, bis alle die Straße überquert hatten. Dann stand er auf, schaute in unsere Richtung und verschwand links im Gebüsch. Sein Kopf war noch mindestens 15 Sekunden zu sehen, da er in unsere Richtung schaute und uns weiterhin beobachtete. Als wir langsam weiter fuhren und die Stelle passierten, wo die Gorillas in den Dschungel verschwanden, war nichts mehr zu sehen. Wahnsinn, ein richtiges Gänsehaut Erlebnis. Waldelefanten gibt es auch in dieser Gegend. Ihre Ausscheidungen haben wir auf der Straße gesehen. Leider nicht die Verursacher.


Und gestern Mittag dann änderte sich schlagartig die Jahreszeit. In Makoua überquerten wir den Äquator. Wir fuhren vom Frühling in den Herbst. Vor einem halben Jahr fuhren wir Zuhause im Herbst los und sind nun wieder im Herbst angekommen. In Makoua gibt es ein kleines Äquator Monument. Als wir dort waren, kam der Bürgermeister aus dem gegenüberliegenden Bürgermeisteramt, um uns zu begrüßen und eine gute Reise zu wünschen. Toll!! 

In ein paar Tagen werden wir die Grenze zu der Demokratischen Republik Kongo erreichen. Wenn das Wetter mitspielt werden Clarissa und ich von Brazzavile aus eine Piste entlang des Kongo River fahren und diesen dann mit einer kleinen Fähre überqueren. Gerd und Simone werden eine andere Route nehmen. Sie fahren über Cabinda, die Demokratische Republik Kongo und dann nach Angola. Die beiden wollen nun so schnell wie möglich nach Windhuk in Namibia um dort ihren LKW unterzustellen und dann nach Hause fliegen. Alois wollte mit uns fahren. Momentan ist er allerdings ca. 170 km voraus. Er hat sich in einem Hotel eingemietet, um die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen.

 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos