fiANNA
werkgemeinschaft


GUINEA

19.01.2025

Die Bearbeitungszeit des Visa - Antrages für Guinea wird mit ca. 72 Std. angegeben und wir beschlossen diese Zeit auf einem kleinen Camp zu verbringen. Wäsche waschen, lesen, gut Essen, einkaufen und natürlich Afrika Cup. Quasi die afrikanische Europameisterschaft im Fußball. Auf dem Camp gab es ein Restaurant, nur überdacht. Gefühlt lief den ganzen Tag Fußball auf dem großen Bildschirm. So waren wir immer auf dem laufenden, was den Afrika Cup betraf. Mittlerweile steht der Sieger fest. And the Winner is: SENEGAL!! Nach vier Tagen war das Guinea Visum für Alois immer noch nicht da. Simone und Gerd, aus Gambia kommend, gesellten sich nun auch wieder zu uns. Wir verließen das Camp und wollten das Eintreffen des Visum`s  kurz vor der Grenze abwarten. An einem Wasserloch ließen wir uns nieder und warteten. Wir warteten 3 Tage und in Sachen Visum tat sich nichts. Sonst tat sich einiges am Wasserloch. Viele Rinderherden wurden zum Tränken hierher getrieben. Den ein oder anderen Hirten kannten wir schon. Einer gab täglich sein Handy zum aufladen ab und holte es irgendwann wieder. 2 mal bekamen wir Besuch von, Kindern. Lustig, nicht aufdringlich oder nervig. Eine Gruppe wollte Fotografiert werden, was Clarissa auch tat. Wir druckten ein paar Fotos aus und sie zogen vergnügt ab.


Und dann die Affen. Paviane und Husarenaffen benutzten ebenfalls das Wasserloch um Ihren Durst zu stillen. Die Husareaffen waren sehr scheu und verzogen sich, sobald sie uns bemerkten. Oder wenn Simone Ihnen zu nahe auf die Pelle rückte. Simone fotografiert leidenschaftlich gerne, hat eine super Fotoausrüstung und macht auch super Fotos. Die Paviane waren weniger scheu. Diese kamen in einer riesigen Zahl - weit über Hundert, ans Wasserloch und blieben eine ganze Weile. Es war spektakulär ihnen zuzuschauen. Manchmal totenstille und plötzlich fingen 2 an zu laufen oder zu spielen und ein Riesenspecktakel begann. Die ganze Menge wogte hin und her. Eine riesige Staubwolke und Gebelle ohne Ende.


 
Eigentlich warteten wir an diesem Ort ja nur auf das Eintreffen von Alois seinem Visum. Das jedoch kam und kam nicht. Wir konnten uns zwar 90 Tage im Senegal aufhalten aber wir hatten ja noch anderes vor. Irgendwann hätten wir die Affen durchnummeriert, bzw. Simone hätte jeden einzeln fotografiert, das ganze Dorf käme zum Handy aufladen,  alle Kinder wären mit Fotoausdrucken versorgt und Alois könnte gar nicht so schnell Zigaretten kaufen wie er verschenken sollte. Obwohl geraucht wird hier erstaunlich wenig.
Ich recherchierte etwas im Internet und fand heraus das die guinesiche Botschaft in Dakar, entgegen Alois Informationen, geöffnet hatte. Ich teilte dies den anderen mit und Alois beschloss sofort den Rally Klassiker Paris - Dakar, mit Endziel Dakar,  wieder aufleben zu lassen. Es war Sonntag Nachmittag. Alois packt zusammen und fährt los. Ca. 580km bis Dakar. Am Dienstag Morgen gegen 7:30 Uhr steht Alois mit frischem Baguette und einem Visa für Guinea wieder am Wasserloch. Noch am gleichen Tag sind wir in Guinea eingereist. Beide Grenzen überfüllt, chaotisch und alles scheint beliebig zu funktionieren. Auch hier an den Grenzübergängen wechseln kleine Geldbeträge den Besitzer. Verschwinden in Schubladen oder Taschen. Wir bleiben wieder verschont, werden freundlich behandelt und irgendein Grenzbeamter nimmt sich immer unserer an, um uns durch die nicht zu erkennenden Grenzkontrollstationen zu führen. Es geht vor und zurück, von rechts nach links. Irgendwann dachte ich, wir hätten es geschafft und könnten den Grenzbereich verlassen, da mussten wir noch einmal zur Passkontrolle, Fingerabdrücke, Foto. Nur diesmal an einem Schalter und nicht wie 2 Stationen zuvor in einem kleinen dunklen Kabuff in welchem der Polizeibeamte mit Hilfe seiner Smartphone Taschenlampe (es gab kein Licht und kein Fenster) unsere Daten Handschriftlich in eine große Kladde eingetragen hatte. Dann noch Geldwechseln, Sim-Karte besorgen und der Tag war vorüber! Geschafft! Wir waren in Guinea! 

Die nächsten vier Tage fuhren wir eine unglaublich schlechte/anstrengende Piste durch eine unglaublich schöne Bergregion. Autos gab es eigentlich keine. Wenn, dann waren es Überlandtaxis. Wie im Senegal ziemlich überladen. In dieser Region fuhren zu 90% alte Peugeot 506 Kombis, extrem höhergelegt. Natürlich fahren auch ganz wenige LKW´s diese Strecke. Die Piste entspricht ja schließlich einer Bundesstraße bei uns. Das mit Abstand wichtigste Transportmittel aber ist das Motorrad. 3 Menschen auf einem Motorrad ist Normal. Dazu kommt meistens noch diverses Gepäck. Wir bewegten uns in Höhen bis über 700m. Es war nicht zu heiß und Nachts kühlte es auf bis  zu 14° Grad ab.  Die Luftfeuchtigkeit lag bei ca.45%. Super angenehm. Wir fuhren durch Dschungel. Teils im Wald, teils mit fantastischen Aussichten. Alles war richtig ursprünglich.


Als wir die Berge verließen änderte sich in ein paar Stunden das Klima und somit unser Wohlbefinden. Die Luftfeuchtigkeit betrug nun mehr als 80%. Der Schweiß floss in Strömen. 24 Std. Non Stop. Für mich eine neue Erfahrung. Und nun wurde der feine rote Staub, allgegenwärtig, auch zur Qual - der ganze Körper Rot - alles haftet am Schweiß fest. Waschen oder Duschen ist eigentlich überflüssig. Der Staub ist immer in der Luft. Nach jeder Übernachtung eine Staubschicht auf dem Tisch draussen, sowie auf den Möbeln drinnen. Schlafen mit geschlossenen Fenstern, unvorstellbar. Das Fahrerhaus ein einziger Sandkasten. Gestern dann fuhren wir in Conakry ein. Der Hauptstadt Guineas. Wir mussten zum Flughafen um unser Visum in die Reisepässe eintragen zu lassen. Keine Ahnung warum das an der Grenze nicht ging. Ist halt so, Afrika…..
Hier in Conakry müssen wir noch einige Visa´s besorgen und haben uns in einem kleinen Hotel  eingemietet. Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad/Dusche. Das tut echt gut. Wir hatten die Zimmer hier schon aus dem Senegal gebucht. Leider haben Gerd und Simone kein Zimmer mehr bekommen. Sie stehen nun vor dem Hotel und suchen eine andere Bleibe.


20.01.2026
Das mit dem Visa besorgen gestaltet sich Momentan etwas schwierig. Clarissa hat wieder eine Magenverstimmung. D.h. sie ist den ganzen Tag auf dem Zimmer um nicht zu weit von der Toilette entfernt zu sein. Schon am Sonntag während der Fahrt nach Conakry blieb Clarissa hinten im Aufbau des Duros um die Toilette benutzen zu können. Was Sie auch in Anspruch nahm. Unseren Hotelaufenthalt haben wir schon verlängert. Wir haben Zeit, es gibt keinen wirklich drängenden Grund unbedingt weiterzufahren. Also, warten wir mal ab.

27.01.2026
Immer noch in Conakry. Immer noch nicht alle Visa. Immer noch nicht ganz Gesund. Die Stimmung, teilweise immer schlechter.
Visa für die Elfenbeinküste, für Republik Kongo und für die Demokratische Republik Kongo haben wir. Morgen geht es zur Nigerianischen Botschaft. Dort bekommen wir, Clarissa, Simone, Gerd und ich hoffentlich unsere Visa ausgehändigt. Bei Alois hat etwas mit dem Bezahlen  nicht funktioniert. Der Afrikanische Zahlugsdienstleister  Payfixy hat das Geld nicht von seinem Visakonto eingezogen. Somit hatte er keinen Zahlungsbeleg bekommen und seine Unterlagen fürs Visum wurden nicht angenommen. Bei Alois nun das Zweite mal, das irgendwas im www. abhanden kommt. Die Bayrische Volksseele kochte und er hat sich erst einmal aus den Visabeschaffungen ausgeklinkt……. Heute Abend sitzt er vorm Tablett und versucht ein e-Visum für Nigeria zu beantragen. Ob das auch für Selbstfahrer funktioniert oder nur für Flugpassagiere, ist nicht klar???  Eigentlich ist hier in Afrika gar nichts klar. Man liest und hört viel über Visabeschaffungen, über Verhandlungen bei der Visabezahlung, über korrupte Grenzbeamte und Polizisten. Jeder Reisende, so scheint es macht andere, eben seine eigenen persönlichen Erfahrungen. Clarissa und ich haben bisher nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht. Unangenehm war nur die Abgabe unserer Unterlagen in der Nigerianischen Botschaft, Gestern. Die Dame, welche sich unserer annahm möchte ich nicht als Chefin oder Reiseleiterin haben. Beim Militär wäre sie  eine glänzende Ausbilderinn geworden. Hätte mittlerweile bestimmt den Rang einer Generälin. Gut das sie bei der Botschaft geblieben ist. In Afrika gehört zum Berufsbild eines Generales ja auch der Militärputsch! Oder Staatsstreich………..
So auch hier in Guinea 2021 zum wiederholten male geschehen. Und natürlich wählt das Volk diesen Putschisten dann Anfang dieses Jahres mit über 80% zum Präsidenten.
Also, nach dem nicht ganz so erfolgreichen Besuch der Nigerianischen Botschaft beschlossen wir noch einen Café trinken zu gehen. Der Café kam, wir bestellten noch etwas zu essen und Gerd ging noch einmal nach draussen, um am 20m entfernten Bankautomaten Geld zu ziehen. Plötzlich tauchte draußen vorm Cafe Polizei auf und kontrolliert einen jungen südeuropäisch aussehenden Mann. Dann wurde noch ein Ausländer dazu gebracht und noch einer. Gerd tauchte auf und wurde sogleich eingereiht. Uns ist klar das dies eine Ausweiskontrolle ist. Aber ausser Alois haben wir ja alle unsere Reisepässe in der Nigerianischen Botschaft abgegeben. Wir haben zwar Kopien unserer Reisepässe dabei, aber keine Kopie oder Fotos unseres Visa Aufklebers im Reisepass. Simone kramte einen Ordner mit den Kopien der Reisepässe aus dem Rucksack und stürmte nach draussen um Ihren Gerd aus den Fängen der Gesetzeshüter zu befreien. Sie wurde ebenfalls einkassiert und alle verließen unter Polizeischutz den Platz vor dem Café. Da saßen wir nun und schauten uns fragend an. Zum Glück wurde das Essen serviert und wir hatten etwas zu tun. Es dauerte auch nicht allzu lange da erschienen Gerd und Simone auch schon wieder. Sie wurden alle zu einem kleinen Bus abgeführt und belehrt was jeder zur Identifikation bei sich tragen muß. Es kam zu lauten verbalen Auseinandersetzungen und da Gerd und Simone nichts dazu beizutragen hatten, wurden sie der Szenerie verwiesen.

30.01.2026

Das Nigeria Visa haben wir nun auch, Ghana haben wir abgegeben und können es am Dienstag abholen. Dann nichts wie raus aus Conakry. Alois ist gerade unterwegs um sein Visa für Ghana zu beantragen. Nigeria hat er gestern bekommen. Sein Geld wurde nach 3 Tagen doch noch abgebucht. Conakry ist wirklich keine Stadt für einen längeren Aufenthalt. Mit über 1,6 Mill. Einwohnern ist Conakry in allen belangen überfordert. Eine Infrastruktur ist eigentlich nicht vorhanden. Entlang vieler Strassen verlaufen Abwasserrinnen, ca. 60x60cm, z. t. auch größer. Diese werden auch zur Müllentsorgung genutzt. In der ganzen Stadt wird Müll verbrannt, sogar auf dem Mittelstreifen der größten Straße. Den ganzen Tag hängen Rauchschwaden in der Luft und es richt  nach verbranntem Plastik. In manchen Gegenden richt es mehr als unangenehm. Der öffentliche Nahverkehr wird durch Tuck-Tucks und abertausende Motoradtaxis erledigt. Regeln im Straßenverkehr gibt es keine. Die Luft ist erfüllt mit Hupen. Alle und jeder hupt. Die ersten Tage war das total anstrengend. Mittlerweile ist das Normal. Auf allen Straßen laufen Frauen mit Waren auf den Köpfen umher um diese zu verkaufen. Ein winziges Geschäft oder Verkaufsstand neben dem anderen. Kilometer um Kilometer. An allen Straßen und in den kleinsten Gassen. Abends wird überall Streetfood angeboten. Frauen sitzen vor Ihren Hütten und bieten belegte Baguette, Spieße oder andere Kochgerichte an. Mir hat es bisher immer geschmeckt. An den Straßenständen bezahlt man dafür Centbeträge. In richtigen Imbisstuben oder Restaurants ein vielfaches. Abends füllen sich die Straßen noch einmal. Das Leben findet draußen statt. Wäsche waschen, Geschirr spülen,….Ganze Familien sitzen vor Ihren Wohnungen. Überall spielen Jungs Fußball. Bei uns in der Straße gibt es auch eine Fußballmannschaft. Letzte Woche als wir von einer Botschaft zurückkamen saßen die Jungs gelangweilt rum.Ihr Ball war kaputt. Grand Malheur. Ich zog mit der Mannschaft des zukünftigen Stadtmeisters los und kaufte einen neuen Ballon. So nenen sie den Fußball. Ob das eine gute Idee war weiß ich nicht. Wenn die Jungs spielen und ich gehe auf die Straße ist die Hölle los. Die hängen wie die Kletten an mir und verlangen immer mehr. Wollen Wasser, Essen, Geschenke……..Bisher konnte ich mich immer mit irgendwelchen spielen aus der Affäre ziehen, oder verlange einfach von Ihnen Geschenke. Sack und Asche, haben die ne Energie….. Und das bei dem Klima!


 
Vorgestern Abend hat dann Alois noch einmal für Zeitvertreib gesorgt. Er fuhr gerade mit seinem Toyota und dem Besitzer des Gästehauses, Mori, los um Passbilder machen zu lassen. Nach 200m versagte die Lenkung. An der rechten Achsseite viel ein massives Eisenteil ab. An diesem Teil ist das Lenkgestänge befestigt und überträgt die Lenkbewegung auf das Rad. Weiß nicht wie das Teil heißt. Das rechte Vorderrad ließ sich also nicht mehr lenken. Glück im Unglück. Nebenstraße, langsame geradeausfahrt und einen Einheimischen neben sich. Mori organisierte 2 Automechaniker welche den Toyota innerhalb von 2 Std. Notdürftig reparierten, so das Alois zurück zum Hotel fahren konnte. Die eigentliche Reparatur fand dann am nächsten Tag von 8:00 Uhr Morgens bis ca. 13:00 Uhr auf der Straße vor dem Gästehaus statt. Dieses Eisenteil war mit 4 Schrauben an der Vorderachse befestigt, wovon 2 Stck. Abgerissen waren und im Gewinde steckten. Die anderen fehlten. Werkzeug war so gut wie keines vorhanden. Wegen jeder Schraube setzte sich der Chef aufs Moped und fuhr los. Die abgerissenen Schrauben sollten mit einer Handbohrmaschine aufgebohrt werden. Wirklich mit einer Handbohrmaschine. Angetrieben mit einer Handkurbel. Habe den Jungs dann meinen Akkuschrauber geliehen. Die zwei abgerissenen Schrauben waren schnell draußen. Aber dann hat es ca. 2 Std. gedauert bis der Chef mit seinem Moped 4 Schrauben besorgt hat. Alle Schrauben gebraucht und mit 3 verschiedenen Köpfen. Um das ganze dann nicht noch weiter in die länge zu ziehen habe aus meinem Fundus Unterlegscheiben beigesteuert. Dafür wollte der Chef dann auch noch losziehen. Und wie das immer so ist, hat keiner daran gedacht Fotos zu machen….. Erst als alles fertig war. Parallel zu der Reparatur von Alois seiner Lenkung habe ich dann noch eine Tauchpumpe in einem Wohnmobil ausgetauscht. Ein Holländisches Ehepaar stand für 2 Tage hier im Hof vom Gästehaus und hatte kein fließendes Wasser mehr im Wohnmobil. Tauchpumpe defekt. Wir haben dann unsere Resevepumpe eingebaut.




 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos