ELFENBEINKÜSTE
13. 2. 2026
Zuhause im Rheinland ist seit Gestern Straßenkarneval. Da toben die Jecken auf der Straße. Hier toben die Wellen an den Strand. Heute allerdings sehr moderat. Seit gestern sind wir am Atlantik angekommen. Wir stehen im Westen der Elfenbeinküste unter Palmen im Sand. Ca. 25m vom Meer entfernt. Eine richtige Traumschiff Idylle! Ziemlich in der Mitte zwischen San Pedro und der liberianischen Grenze.
9 Tage haben wir von Conakry bis hierher gebraucht. Wir haben Sierra Leone und Liberia umfahren und sind in Guinea über Mamou, Macenta und Nzerekore in die Elfenbeinküste eingereist.In Macenta haben wir eine Kaffeeplantage, bzw. eine Initiative besucht. Macenta Beans. Der Gründer Mamy Dioubate’ hat in Berlin studiert und lebt dort. Wiliam, der Manager, hat uns vor Ort alles gezeigt und erklärt. Über 1000 Kleinbauern arbeiten mit Macenta Beans zusammen und liefern Ihre Kaffeebohnen dort ab. Alle Kaffeepflanzen für die Bauern werden dort gezogen. Es gibt auch eine Demonstratinsplantage um den Bauern zu zeigen das auch andere Pflanzen zusammen mit Kaffee angebaut werden können.z.b. Pfeffer und Bananen. Wehn es interessiert, www. macentabeans.de. Zum Abschluß probierten wir noch Kaffee und haben auch welchen gekauft. Für mich ein sehr gewöhnungsbedürftiger Geschmack. Während des Kaffeetrinkens kam dann William, zeigte mir den Bildschirm seines Smartphones worauf Mamy in Berlin zu sehen war. William hatte Ihm geschrieben das auf der Plantage Besuch aus Deutschland sei. Mamy wollte dann unbedingt mit uns sprechen. Hat sich sehr gefreut über unseren Besuch. War schon witzig. Wir in dem warmen Guinea. Am Smartphone ein Guinese auf einer Straße in Berlin. Schnee im Hintergrund und beim Sprechen dampfender Atem. Verkehrte Welt.
Auf der Fahrt zur Grenze haben wir Wald-Guinea durchquert. Ursprünglicher Urwald in den Bergen. Zum Teil hatte ich das Gefühl, dass die Straße, auf welcher wir fuhren, langsam zuwächst. Hier konnte ich mir das erste Mal so richtig Tarzan vorstellen, wie er von Liane zu Liane schwingend, sich in den Baumwipfeln schneller fortbewegt, als wir hier unten mit dem Duro…. Im Dreiländereck Guinea, Liberia und der Elfenbeinküste befindet sich ein großes Naturreservat mit dem Berg Mount Nimba, welcher der Namensgeber des Reservates ist. Hier soll es noch 2 Waldelefanten geben. Auch werden Schimpansen großgezogen und ausgewildert. In einem Bericht habe ich gesehen das Bauern in Guinea Schimpansen jagen, weil es angeblich zu viele gibt und diese Bananen, Mais und andere Kulturpflanzen den Bauern wegessen. Das Klima in den Bergen war für uns wieder sehr erträglich weil die Luftfeuchte nicht hoch war und es Nachts schön abkühlte.
Was für eine wohltat. Im Gegensatz zu der Fahrt durch den Nord Westen Guineas waren die Straßen im Nord Osten mehr oder weniger gut geteert und wir kamen gut voran. Der Grenzübergang von Guinea in die Elfenbeinküste dauerte ca. 3 Std. und war sehr angenehm. Obwohl so gut wie kein Betrieb an diesem Übergang war dauert es einfach seine Zeit bis alle Stationen abgelaufen sind und die Polizei Royale, die Border Police, der Duane, die Imigrationsbehörde, der Arzt,….. alle Dokumente ausgefüllt, alle Daten eingetragen und alles abgestempelt ist. Wieder eine Grenze, wieder ein neues, fremdes Land. Für mich immer ein aufregendes Gefühl.
Die Straße, zu unserer Freude, war auf der Seite der Elfenbeinküste ziemlich neu und super gut geteert. Da könnten wir in zwei Tagen am Meer sein, so unsere Überlegung. Doch am Ende des ersten Fahrtages nach dem Grenzübertritt endete der Teerbelag und wir brauchten drei weitere Fahrtage für 300km bis ans Meer. Es wurde wieder staubiger, wärmer und schwüler. Der anfängliche Urwald wich Kautschuk und Ölpalm Plantagen. Afrika ist ja schon ein großer Kontinent. Wenn man sich auf schlechten, staubigen Pisten durch den Urwald quält, und kein Ende in Sicht ist, dann wird Afrika immer größer. Von Tag zu Tag. Kommt dann wieder die Saunaperiode 24/24 dazu, möchte man jeden Meter geteerte Straße küssen. Mein Bizeps am linken Arm hat den des Rechten mittlerweile an Umfang überholt. Das liegt am ständigen Fensterscheibe hoch/Fensterscheibe runter kurbeln. Bei Gegenverkehr muß die Scheibe wegen des Staubes zwingend hoch gekurbelt werden. Danach wegen sofortigem Schweißausbruch wieder runter. Und da das Kurbeln wegen des Staubes der sich überall festsetzt immer schwerer geht, hat das Ganze noch einen zusätzlichen Trainingseffekt. Und doch ist es für uns unglaublich durch diese Landschaften zu fahren. Das alles erleben zu dürfen und zu staunen. Oft weiß ich nicht wer mehr staunt. Wir über all das hier oder die Einheimischen über uns Weißen. In der Elfenbeinküste sind die Menschen sehr viel zurückhaltender als bisher erlebt. Sie schauen einen ernst und zurückhaltend an. Wenn man winkt, winken sie meist mit einem Lachen zurück. Bisher haben vor allem die Kinder einem beim Vorbeifahren gewunken und zugerufen. Auch viele Erwachsene. In Guinea immer wieder die Rufe Woadey oder Bamboo (keine Ahnung wie die Wörter geschrieben werden) was Weißer bedeutet. Waren wir schon erstaunt von den vielen Polizeikontrollen im Senegal und Guinea, so hat sich die Anzahl der Kontrollen noch einmal erhöht. Kontrolliert wurden wir aber erst 3 mal bei großen Posten. Da aber richtig mit Fragen, woher, wohin mit Fotos der Fahrzeuge, Reisepässe abfotografiert und zum Schluß immer noch ein Foto vorm Duro. Hier unten an der Küste sind auch die Palmölplantagen und Kautschukplantagen bewacht und mit Schlagbäumen gesichert.
Hier auf dem kleinen, einfachen Campingplatz werden wir erst einmal ein paar Tage verbringen bevor es weitergeht.
























